Rohstoffprojekte: Berater des Weißen Hauses fordert Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern

Die Energiewende sei ohne Ressourcen aus Ländern wie Sambia oder Chile unmöglich, so Amos Hochstein.

Um die Versorgung mit kritischen Mineralien für die Energiewende und andere High-Tech-Bereiche zu sichern, müssten die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten in Länder investieren, die diese Ressourcen beherbergen, sagte Amos Hochstein, Senior Advisor für Energie und Investitionen von US-Präsident Joe Biden. In einer Podiumsdiskussion am Milken Institute in Los Angeles sprach Hochstein am Montag über die globalen Lieferketten von Rohstoffen und betonte, dass die Bemühungen um eine globale Energiewende ohne kritische Mineralien aus Ländern wie Chile, Peru oder der Demokratischen Republik Kongo unmöglich zu erreichen seien. Er forderte die westlichen Länder auch auf, mehr Anreize für heimische Bergbau- und Verarbeitungsprojekte zu schaffen, betonte jedoch, dass sie nur über wenige und zudem oft unzugängliche Vorkommen verfügten. Hochstein ergänzte, dass Maßnahmen wie der US Inflation Reduction Act enorme Finanzmittel für einheimische Projekte freisetzten, ähnliche Anstrengungen seien nun in rohstoffreichen Ländern erforderlich.

Westliche Finanzwelt muss zusammenarbeiten

Der Berater des Weißen Hauses räumte ein, dass Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern mit gewissen Risiken verbunden seien, deswegen würden westliche Finanzinstitute ihm zufolge zögern, sich zu beteiligen. Ohne diese Risiken näher zu erläutern, sprach sich Hochstein dafür aus, dass globale Organisationen wie die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) sowie regionale Entwicklungsbanken wie die International Development Finance Corporation in den USA und die deutsche KfW ihre Kräfte bündeln und die notwendigen Mittel für Projekte in Entwicklungsländern freisetzen sollten, um eine sichere und zuverlässige Rohstoffversorgung zu gewährleisten. Damit sie mit chinesischen Investitionsangeboten konkurrieren könnten, müssten westliche Finanzinstitute den Ländern im Gegenzug Verbesserungen für ihre Gemeinschaften und ihre Lebensqualität bieten.

Rohstoffprojekte bei einigen Banken schon auf der Tagesordnung

Die Weltbank hat bereits eine Initiative gestartet, um Entwicklungs- und Schwellenländer bei der Produktion von grüner Energie und den benötigten Rohstoffen stärker zu unterstützen. Das kürzlich ins Leben gerufene Projekt Resilient and Inclusive Supply-Chain Enhancement (RISE) soll die Abhängigkeit von Importen des Rohstoffriesen China verringern und gleichzeitig den Investitionen der Volksrepublik in zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenländern entgegenwirken. Darüber hinaus wird die deutsche KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), die Hochstein als Beispiel für eine regionale Entwicklungsbank nannte, mit einer Milliarde Euro zur Finanzierung von Rohstoffprojekten ausgestattet.

Photo: iStock/zhuzhu

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