Neo Performance: Seltene Erden aus Brasilien für Europas Magnetproduktion

Liefervertrag mit Meteoric Resources abgeschlossen. Rohmaterial soll in Estland weiterverarbeitet werden.

Der kanadische Seltenerd- und Magnetspezialist Neo Performance Materials hat mit dem australischen Bergbauunternehmen Meteoric Resources eine unverbindliche Absichtserklärung über die Abnahme von Seltenerd-Rohmaterial aus dessen Caldeira-Projekt in Minas Gerais, Brasilien, unterzeichnet. Die Rohstoffe werden zur weiteren Verarbeitung an die Separationsanlage von Neo in Sillamäe, Estland, geliefert. Diese soll künftig die Produktionsanlage des Unternehmens für gesinterte Seltenerd-Permanentmagnete versorgen, die derzeit im nahe gelegenen estnischen Narva entsteht. Diese Magnete sind Eckpfeiler von Technologien wie Elektromobilität oder Windkraft.

Im Rahmen der Absichtserklärung erwirbt Neo pro Jahr gemischtes Seltenerdkarbonat, das 3.000 Tonnen Seltenerdoxide enthält, und ein Vorkaufsrecht, sollte Caldeira später höhere Produktionsmengen erreichen. Nach Angaben von Neo würde dies etwa 900 Tonnen Neodym-Praseodym-Oxid und 30 Tonnen Dysprosium-Terbium-Oxid für die Magnetproduktion ergeben. Bei den beiden letztgenannten Elementen handelt es sich um so genannte schwere Seltene Erden, die überwiegend aus Ionenadsorptionstonen gewonnen werden. Diese Lagerstätten entstehen dort, wo Erze in Gesteinen vorkommen, die durch intensive Verwitterung zersetzt wurden, und sind hauptsächlich in tropischen und subtropischen Gebieten zu finden. Derzeit werden diese Tonvorkommen nur in Südchina und dem benachbarten Myanmar abgebaut. Mehrere Projekte in Brasilien zielen jedoch auf die Erschließung solcher Lagerstätten ab, was das lateinamerikanische Land zu einem wichtigen Akteur in diesem Sektor machen könnte. Bei dem Caldeira-Projekt von Meteoric handelt es sich ebenfalls um ein Tonvorkommen. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Produktion im Jahr 2027 aufgenommen werden kann.

Neo ist jedoch nicht der einzige Interessent für Caldeira, Meteoric erhielt vor kurzem ein Angebot der Export-Import Bank of the United States, die das Projekt mit 250 Millionen Dollar finanzieren will, um die Lieferketten zu diversifizieren.

Photo: iStock/EvgenyMiroshnichenko

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