Kritische Rohstoffe: Kanada will neue Bergbauprojekte beschleunigen

Regierung plant schnellere Genehmigungsverfahren und mehr Mittel für die Regulierungsbehörden.

Kanada will seinen Bergbausektor für kritische Mineralien ankurbeln, indem die regulatorischen Schritte drastisch reduziert und die Genehmigungsverfahren für neue Projekte beschleunigt werden. Dies sagte Energieminister Jonathan Wilkinson in einem Interview mit Reuters. Ihm zufolge würde nach Wegen gesucht, um Genehmigungsverfahren und Umweltprüfungen für Minen gleichzeitig und nicht nacheinander durchzuführen. Außerdem wolle die kanadische Regierung die Mittel für die Aufsichtsbehörde aufstocken, die mit der notwendigen Bürokratie betraut ist.

Die Genehmigungsphase ist jedoch nicht die einzige Hürde, die neue Bergbauprojekte überwinden müssen. Nach der Entdeckung von Mineralvorkommen müssen zunächst mehrere Machbarkeitsstudien erfolgen, und selbst nach den Genehmigungen dauert es noch Jahre, bis der Betrieb aufgenommen werden kann.

Kanada will sich als wichtiger Rohstofflieferant positionieren

Kanada will seine natürlichen Ressourcen besser nutzen und von den Bestrebungen zahlreicher Länder profitieren, unabhängiger vom Rohstoffgiganten China zu werden, der die Produktion und Veredelung vieler Mineralien dominiert. Um die oft abgelegenen Bergbauprojekte mit dem Rest des Landes und dem Weltmarkt zu verbinden, hat die kanadische Regierung beispielsweise 2023 den 1,1 Milliarden Dollar schweren Critical Minerals Infrastructure Fund aufgelegt. Darüber hinaus hat das nordamerikanische Land Partnerschaften auf der ganzen Welt geschlossen, zum Beispiel mit der Europäischen Union.

Die Energiewende vorantreiben

Energieminister Wilkinson ging in dem Interview mit Reuters auch auf den ökologischen und politischen Aspekt der neuen Initiative ein, der Umweltschutz etwa würde nicht auf der Strecke bleiben, auch wenn Prozesse beschleunigt werden. Wilkinson betonte jedoch auch, dass es die Energiewende ohne deutlich erhöhte Mengen an kritischen Mineralien in Gefahr sei. Eine Feststellung, die von Branchenanalysten wie der Beratungsfirma EY geteilt wird.

Photo: iStock/jasonbennee

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