EU und Norwegen gehen Partnerschaft bei Rohstoffen und Batterien ein

Fokus auf Rohstoffgewinnung an Land. Der Staatenblock zeigt sich kritisch gegenüber Norwegens Vorstoß beim Tiefseebergbau.

Die Europäische Union und Norwegen starten eine strategische Partnerschaft zur Entwicklung von Batterie-Wertschöpfungsketten und nachhaltiger Rohstoffgewinnung an Land. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am Donnerstag unterzeichnet. Die Partnerschaft soll der EU-Kommission zufolge gemeinsame Investitionen und Kooperationen in diesem Sektor erleichtern, um die europäische Rohstoffindustrie zu stärken und die beiden Volkswirtschaften widerstandsfähiger gegen Unterbrechungen der Lieferkette zu machen.

Der Zusatz „an Land“ bezieht sich vermutlich auf Norwegens jüngsten Vorstoß in Richtung Tiefseebergbau. Die EU und einzelne Mitgliedstaaten wie Deutschland haben wiederholt ein Memorandum über die Erteilung von Explorationsrechten gefordert, bis die Umweltauswirkungen besser bewertet worden sind. Maroš Šefčovič, Leiter des EU-Green-Deals, war bei der Unterzeichnung am Donnerstag dabei und betonte, die EU würde die Entwicklungen des Tiefseebergbaus in Norwegen sowie weltweit aufmerksam verfolgen, berichtet Bloomberg. Šefčovič zufolge müssten mehr Rohstoffe abgebaut werden, um den grünen und digitalen Wandel voranzutreiben. Damit wies er auf das Dilemma hin, vor dem viele Länder derzeit stehen: Bergbau und Umweltschutz in Einklang bringen. Neben Tiefseeressourcen verfügt Norwegen auch über beträchtliche Ressourcen an Land, die derzeit erschlossen werden, etwa das Seltenerdvorkommen Fen in der südöstlichen Region Telemark.

Für ihre Klimaschutzziele wie den Ausbau von Erneuerbaren Energien und Elektromobilität benötigen Staaten weltweit kritische Mineralien, dabei sind sie aber zunehmend von ausländischen Importen abhängig. Die EU will diese Diskrepanz mit dem Critical Raw Materials Act, ihrem ersten Gesetz zur Rohstoffversorgung, mindern. Vorgesehen sind Zielquoten für heimischen Abbau, Verarbeitung und Recycling. Obwohl Norwegen nicht Teil der EU ist, könnte es ein wichtiger Partner bei der Erreichung dieser Ziele werden.

Photo: Rohstoff.net/Eric Hendrich

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