Lindian Resources erhält Genehmigung für Seltene Erden-Projekt in Malawi

Das Kangankunde-Projekt ist nun vollständig für Bau, Abbau und Verarbeitung genehmigt.

Lindian Resources darf das Kangankunde-Seltene-Erden-Projekt im südostafrikanischen Land Malawi in Betrieb zu nehmen. Das australische Unternehmen gab am Dienstag (PDF) bekannt, dass es die Genehmigung zur Gewinnung von Grundwasser für das Projekt im Süden des Landes erhalten hat, was den letzten Schritt in der Genehmigungsphase darstellt. Lindian zufolge (PDF) weist Kangankunde eine hohe Konzentration von Neodym und Praseodym auf. Die beiden Vertreter der leichten Seltenen Erden werden vor allem zur Herstellung von Hochleistungs-Permanentmagneten verwendet, wie sie etwa in Elektromotoren und Windkraftanlagen zum Einsatz kommen. Das Unternehmen geht davon aus, dass Kangankunde 5,7 Millionen Tonnen Seltene Erden enthält, von denen 20,2 Prozent Neodym und Praseodym sind. Damit gehört das Projekt zu den größten Seltenerdvorkommen der Welt. Lindian fügte hinzu, dass eine Machbarkeitsstudie für die erste Abbau- und Verarbeitungsphase noch in diesem Quartal veröffentlichen werde. Im Vorfeld der Studie erfolge eine aktualisierte Schätzung der Erzreserven.

Malawi: Kangankunde ist nicht das einzige Seltene-Erden-Projekt

Mit gerade einem Drittel der Größe Deutschlands ist Malawi eine der kleinsten Nationen Afrikas. Dennoch gewinnt das Land auf dem Gebiet der kritischen Mineralien an Aufmerksamkeit. Neben Lindian entwickelt auch das kanadische Bergbauunternehmen Mkango ein Projekt für Seltene Erden. Das Songwe Hill-Projekt im Südosten des Landes ist das am weitesten entwickelte Projekt des Unternehmens, aber Mkango besitzt auch mehrere andere Explorationsprojekte in Malawi. Darüber hinaus zeigt eine Studie des U.S. Geological Survey (PDF), dass das Land auch Gold-, Titan-, Graphit- und Zirkoniumvorkommen beherbergt.

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MP Materials: 58,5 Millionen Dollar für den Ausbau einer Anlage für Seltenerdmagnete

Das Projekt wird die erste vollintegrierte Fabrik von der Mine zu Magneten in den USA sein. Produktion soll 2025 anlaufen.

Der Aufbau einer Wertschöpfungskette für Seltenerdmagnete in den Vereinigten Staaten nimmt weiter Gestalt an. MP Materials, der Betreiber der einzigen Seltenerdmine in den USA, Mountain Pass, hat 58,5 Millionen Dollar an staatlichen Fördermitteln erhalten, um den Bau seiner Magnetfabrik in Fort Worth, Texas, voranzutreiben. In der Anlage sollen Rohstoffe aus Mountain Pass zur Herstellung von Neodym-Eisen-Bor-Magnete (NdFeB) eingesetzt werden, die beispielsweise in Windturbinen und Elektromotoren zum Einsatz kommen.

MP rechnet damit, dass die ersten Vor- und Zwischenprodukte wie etwa Legierungen bereits in diesem Sommer hergestellt werden. Endprodukte dürften dann Ende des nächsten Jahres vom Band rollen. Der erste große Abnahmevertrag für die in Fort Worth produzierten Magnete wurde bereits mit General Motors geschlossen. Das Unternehmen will damit die Lieferkette für die Fertigung von Elektrofahrzeugen stärken. Ende 2025 wird voraussichtlich auch in South Carolina die Produktion von Seltenerdmagneten starten. eVAC, die US-Tochtergesellschaft des deutschen Magnetherstellers Vacuumschmelze hatte im vergangenen Jahr den Bau der Fabrik in in Sumter Country angekündigt.

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2023: Rekordausbau Erneuerbarer Energien

Der Löwenanteil entfiel laut IRENA auf Solar- und Windkraft.

2023 war ein Rekordjahr beim Ausbau Erneuerbarer Energien: 473 Gigawatt (GW) an Kapazitäten kamen weltweit hinzu. Den Löwenanteil machten dabei mit 97,6 Prozent Solar- und Windenergie aus. Dies zeigen neueste Zahlen der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA).

Insgesamt hatten Erneuerbare Energien Ende des letzten Jahres einen Anteil von 43 Prozent an der weltweit installierten Stromkapazität. Trotz dieses „beispiellosen Zubaus“ müsse noch mehr getan werden, um das globale Ziel einer Verdreifachung der erneuerbaren Kapazität bis 2030 zu erreichen, so IRENA. Erst kürzlich hatte die Agentur aufgezeigt, dass die jährlichen Investitionen in Erneuerbare Energien sich verdreifachen müssten. IRENA hat zudem mehrfach darauf hingewiesen, dass für eine erfolgreiche Energiewende auch eine gesicherte Rohstoffversorgung entscheidend ist. Geografische Konzentration in den Lieferketten seien ein Risiko, ratsam sei daher unter anderem die Erkundung bekannter, aber noch nicht erschlossener Rohstoffvorkommen in der ganzen Welt.

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Recycling Seltener Erden: Ionic startet Serienproduktion

Die Anlage in Belfast soll jährlich zehn Tonnen Oxide aus recycelten Seltenerdmagneten produzieren.

Das Recycling von Seltenerdmagneten geht in Serie: Ionic Technologies hat in seiner Demonstrationsanlage in Belfast mit der Produktion von Seltenerdoxiden in vollem Umfang begonnen. In der Anlage wurden 11,5 Kilogramm Didymiumoxid – ein Gemisch aus Neodym und Praseodym – mit einer Reinheit von 99,8 Prozent hergestellt, schreibt (PDF) die Tochtergesellschaft des australischen Bergbauunternehmens Ionic Rare Earths. Angestrebt wird eine jährliche Produktionskapazität von zehn Tonnen.

Die Seltenerdmagnete, die als Ausgangsmaterial verwendet werden, stammen aus einer stillgelegten Windkraftanlage. Ionic geht davon aus, dass regelmäßige Belieferungen mit Magneten aus solchen ausgedienten Anlagen sowie aus gebrauchten Elektrofahrzeugen und verschiedenen Industriezweigen erfolgen werden.

Das Werk in Belfast ist eine Kooperation zwischen Ionic und dem britischen Legierungshersteller Less Common Metals sowie dem Automobilproduzenten Ford. Es wurde mit staatlichen Mitteln des Vereinigten Königreichs gefördert, das sich durch den Aufbau heimischer Lieferketten unabhängiger von der Einfuhr kritischer Mineralien machen will.

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EU und Norwegen gehen Partnerschaft bei Rohstoffen und Batterien ein

Fokus auf Rohstoffgewinnung an Land. Der Staatenblock zeigt sich kritisch gegenüber Norwegens Vorstoß beim Tiefseebergbau.

Die Europäische Union und Norwegen starten eine strategische Partnerschaft zur Entwicklung von Batterie-Wertschöpfungsketten und nachhaltiger Rohstoffgewinnung an Land. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am Donnerstag unterzeichnet. Die Partnerschaft soll der EU-Kommission zufolge gemeinsame Investitionen und Kooperationen in diesem Sektor erleichtern, um die europäische Rohstoffindustrie zu stärken und die beiden Volkswirtschaften widerstandsfähiger gegen Unterbrechungen der Lieferkette zu machen.

Der Zusatz „an Land“ bezieht sich vermutlich auf Norwegens jüngsten Vorstoß in Richtung Tiefseebergbau. Die EU und einzelne Mitgliedstaaten wie Deutschland haben wiederholt ein Memorandum über die Erteilung von Explorationsrechten gefordert, bis die Umweltauswirkungen besser bewertet worden sind. Maroš Šefčovič, Leiter des EU-Green-Deals, war bei der Unterzeichnung am Donnerstag dabei und betonte, die EU würde die Entwicklungen des Tiefseebergbaus in Norwegen sowie weltweit aufmerksam verfolgen, berichtet Bloomberg. Šefčovič zufolge müssten mehr Rohstoffe abgebaut werden, um den grünen und digitalen Wandel voranzutreiben. Damit wies er auf das Dilemma hin, vor dem viele Länder derzeit stehen: Bergbau und Umweltschutz in Einklang bringen. Neben Tiefseeressourcen verfügt Norwegen auch über beträchtliche Ressourcen an Land, die derzeit erschlossen werden, etwa das Seltenerdvorkommen Fen in der südöstlichen Region Telemark.

Für ihre Klimaschutzziele wie den Ausbau von Erneuerbaren Energien und Elektromobilität benötigen Staaten weltweit kritische Mineralien, dabei sind sie aber zunehmend von ausländischen Importen abhängig. Die EU will diese Diskrepanz mit dem Critical Raw Materials Act, ihrem ersten Gesetz zur Rohstoffversorgung, mindern. Vorgesehen sind Zielquoten für heimischen Abbau, Verarbeitung und Recycling. Obwohl Norwegen nicht Teil der EU ist, könnte es ein wichtiger Partner bei der Erreichung dieser Ziele werden.

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850 Millionen: USA wollen Seltenerdprojekte in Australien und Brasilien fördern

Die Darlehen sollen die westlichen Lieferketten für kritische Mineralien stärken, sind aber an Umweltgenehmigungen gebunden.

Das staatliche Kreditinstitut Export-Import Bank of the United States hat zwei australischen Bergbauunternehmen finanzielle Unterstützung für ihre Seltene-Erden-Projekte in Australien und Brasilien angeboten. Laut Statements von Australian Strategic Materials (PDF) und Meteoric Resources (PDF) bieten die USA insgesamt 850 Millionen Dollar: 600 Dollar für die Förderung des Dubbo-Projekts von ASM in New South Wales und 250 Millionen für das Caldeira-Projekt von Meteoric im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais.

Die Finanzierung erfolgt zu einer Zeit, in der immer mehr westliche Staaten und ihre Verbündeten eine Diversifizierung der Lieferketten anstreben, um ihre Abhängigkeit von Branchenführer China zu reduzieren. Auf die Volksrepublik entfallen derzeit fast 70 Prozent der weltweiten Produktion von Seltenen Erden, wie Daten des U.S. Geological Survey (PDF) zeigen. Diese kritischen Mineralien werden vor allem für leistungsstarke Dauermagnete in Bereichen wie Elektromobilität und Windkraft benötigt. Trotz dieses übergeordneten Ziels hänge die endgültige Bewilligung für die beiden Darlehen unter anderem von Umweltgenehmigungen ab, wie die beiden Unternehmen schreiben.

Während der Seltenerdsektor Brasiliens noch am Anfang steht, entwickelt Australien sich zu einem immer bedeutenderen Akteur in der Rohstoffbranche. Erst letzte Woche erhielt Arafura, ein weiteres wichtiges australisches Bergbauunternehmen, 533 Millionen US-Dollar an staatlicher Unterstützung für die Entwicklung der ersten kombinierten Seltenerdmine und -verarbeitungsanlage des Landes.

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Gallium und Germanium: Deutlich weniger Exporte aus China

Die Ausfuhr von Gallium und Germanium aus China ist in den ersten beiden Monaten des Jahres zurückgegangen. Dies geht aus neuesten Zahlen der Zollbehörden hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurden. Im Vergleich zum Vorjahr exportierte die Volksrepublik deutlich weniger von den beiden kritischen Materialien, die für zivile und militärische Technologien wichtig sind. Bei Gallium ging die Menge sogar auf weniger als die Hälfte der Exporte im Dezember 2023 zurück. Dies zeigt, dass die seit August 2023 geltenden Ausfuhrbeschränkungen den Markt weiterhin beeinflussen. Unternehmen müssen seitdem Genehmigungen beantragen, um die beiden Metalle ins Ausland zu verschiffen. Von Januar bis Februar exportierte China 3.709 Kilo Germanium und 2.760 Kilo Gallium.

Quelle: Chinesische Zollbehörde

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Kritik aus China, offene Fragen in Europa – Reaktionen auf den CRMA

Das Gesetz soll den EU-Rohstoffsektor stärken, doch neben Lob gibt es auch Skepsis.

Am Montag gab der EU-Rat grünes Licht für den Critical Raw Materials Act (CRMA), mit dem der Staatenverbund seinen Rohstoffsektor stärken und unabhängiger von Importen machen will. Damit wird das Gesetz bereits in wenigen Wochen offiziell in Kraft treten. Unter dem CRMA sind 34 kritische Rohstoffe aufgelistet, von denen 17 wiederum zusätzlich als strategisch wichtig gekennzeichnet und somit entscheidend für Wirtschaft, Klimaziele und Zukunftstechnologien sind. Der jährliche EU-Bedarf an diesen strategischen Rohstoffen soll bis 2030 zu zehn Prozent durch heimischen Bergbau gedeckt werden. 40 Prozent sollen in der EU weiterverarbeitet werden und 25 Prozent aus Recycling stammen. Ein weiterer zentraler Pfeiler ist die Diversifikation der Lieferketten: Kein strategischer Rohstoff soll zu mehr als 65 Prozent durch Importe aus einem einzigen Drittland gedeckt sein. Die EU will diese Ziele vor allem durch beschleunigte Genehmigungsverfahren für Rohstoffprojekte, erleichterte Investitionen und stetige Risikobewertungen erreichen.

China findet mahnende Worte

Nun hat das Land reagiert, das mit dem CRMA indirekt angegangen wird: China, aus dem die EU derzeit einen Großteil ihrer kritischen Rohstoffe bezieht. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes soll vor allem diese Abhängigkeit reduziert werden. Die chinesische Handelskammer wandte sich am Dienstag mit einem Statement in der staatsnahen Global Times an die EU-Vertreter und mahnte an, die Versuche, Rohstofflieferungen aus China zu reduzieren und substituieren, stellten Herausforderungen für die gegenseitigen Handelsbeziehungen dar. Europa schade sich durch höhere Kosten für Energiewende und Digitalisierung der Wirtschaft selbst.

Die europäische Industrie sieht noch offene Fragen

Europas heimische Industrie und Forschung indes äußerte sich nach der ersten Vorstellung des Gesetzesentwurfs im letzten Jahr zunächst eher verhalten und sah noch Handlungsbedarf. Während eine von der University of Cambridge Institute for Sustainability Leadership (CISL) und dem Wuppertal Institut erarbeitete Studie vor allem die anfängliche Recyclingquote als zu niedrig kritisierte, fand der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) neben lobenden Worten auch Anlässe zur Nachbesserung. Dem BDI zufolge entscheide sich der Erfolg des CRMAs an der konkreten Umsetzung, beschleunigte Verfahren würden nur einen Baustein für mehr europäische Unabhängigkeit darstellen. Zusätzlich müsste gesellschaftliche Akzeptanz für Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette hergestellt werden, so der BDI weiter. Ebenfalls gingen die Verweise auf andere EU-Programme sowie die Mitgliedstaaten in Investitionsfragen nicht weit genug.

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Klimaziele: IRENA fordert globale Kurskorrektur

Mehr Investitionen und politische Unterstützung sind erforderlich, um das auf der Weltklimakonferenz COP28 festgelegte Ziel einer Verdreifachung der Stromerzeugungskapazitäten aus Erneuerbaren Energien bis 2030 zu erreichen. Dies geht aus einem neuen Report der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) hervor. Obwohl im letzten Jahr eine weltweite Rekordleistung von 473 Gigawatt (GW) hinzugekommen ist, seien jährlich fast 1.100 GW nötig, so IRENA, also mehr als das Doppelte des Rekords von 2023. Dafür müssten sich die jährlichen Investitionen in Erneuerbare Energien verdreifachen, ergänzt die Agentur, von 570 Milliarden Dollar im Jahr 2023 auf durchschnittlich 1.550 Milliarden zwischen 2024 und 2030.

Neben fehlenden finanziellen Mitteln sieht IRENA auch geopolitische Brüche als Herausforderungen für die Energiewende. In einem Bericht aus dem vergangenen Jahr sprach sich die Agentur für eine Diversifizierung der Lieferketten für kritische Mineralien aus, um diese Risiken zu mindern.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

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Recycling von Seltenerdmagneten: Vacuumschmelze und Cyclic Materials kooperieren

Zusammenarbeit bringt Aufbau westlicher Lieferketten für die Energiewende weiter voran.

Das deutsche Unternehmen Vacuumschmelze (VAC), einer der wenigen Produzenten von Seltenerdmagneten außerhalb Chinas, geht eine Partnerschaft mit Cyclic Materials ein, einem kanadischen Start-up, das eine zirkuläre Versorgungskette für kritische Rohstoffe aufbaut. Die am Montag unterzeichnete Vereinbarung sieht das Recycling von Hochleistungs-Dauermagneten mit Seltenen Erden vor, die wichtige Komponenten für Elektrofahrzeuge, Windkraftanlagen und moderne Elektronik sind. Dabei soll ein von Cyclic Materials entwickeltes Verfahren zum Einsatz kommen, während VAC lokale Rohstoffquellen und jahrzehntelange Erfahrung in der Seltenerdmagnettechnologie bereitstelle, heißt es in der Mitteilung. Die Rückführung von Permanentmagneten in die Lieferkette sei eine Alternative zum Bergbau, sagte Ahmad Ghahreman, Mitbegründer und CEO des kanadischen Unternehmens, der CO2-Fußabdruck werde sich dadurch um 75 Prozent verringern.

Mit der Kooperation nehmen die westlichen Lieferketten für kritische Rohstoffe weiter Form an. Erst letzte Woche kündigten die südkoreanischen Unternehmen Posco und Star Group die Herstellung von Dauermagneten mit Rohmaterial aus Quellen außerhalb Chinas an, während die kanadische und die australische Regierung Fördergelder für den Bau heimischer Seltenerdanlagen zusagten.

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